Ein Klassiker der Kinderliteratur

Friedrich Justin Bertuch: Bilderbuch für Kinder, Band 10. Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1821

Maße: 23,5 x 19  cm
Halbledereinband mit Marmorpapierüberzug
Signatur: 19 A 7321 (10)
Provenienz: Alter Bibliotheksbesitz
Sammlung: Naturwissenschaftliche Sammlung der HAAB Weimar

Der hier gezeigte Buschmann aus Südafrika spielt auf einer »Gorah«, einem Instrument, das aus einem dünnen Stock oder Bogen besteht, auf denen eine Saite gespannt ist. Am Saitenende ist ein Kiel aus Straußenfedern befestigt, den der Spieler in den Mund nimmt und durch das Ein- und Ausatmen die Saite in Schwingung versetzt. Es kostet den Interpreten viel Mühe, eine Folge von Tönen deutlich hervorzubringen. Gelingt es, entsteht ein Timbre, das an den Klang einer Violine erinnert.

Das Bilderbuch für Kinder, ein Klassiker der Kinderliteratur, wurde zwischen 1790 und 1830 in zwölf Bänden herausgegeben. Von der hohen Auflage, 3000 Stück, waren bis 1808 bereits 1490 Exemplare abgesetzt. Der kluge Verleger, kaufmännisch ambitioniert, hatte schon im Jahr vor Erscheinen des ersten Bandes im Journal des Luxus und der Moden für seine Publikation geworben. Das wie eine Enzyklopädie angelegte Sach- und Lehrbuch war das umfangreichste Buchprojekt des Weimarer Verlegers Friedrich Justin Bertuch, der es selbst als »das erste, wichtigste und einträglichste Werk« einordnete. Auch setzte er auf bestimmte »Eigenschaften, die ein gutes Bilderbuch haben muß« und darauf, dass die Gegenstände »schön und richtig« wiedergegeben seien.[1]

Alle vorgestellten Tiere, Pflanzen, Blumen sowie Kulturen ferner Länder, Gegenstände der Künste und Wissenschaften sind nach Originalen ausgewählt und mit einer kurzen, dem Kinde gemäßen, Erklärung versehen. Das Nachschlagewerk enthält 1185 kolorierte Kupferstiche, die von Mitarbeitern der Fürstlichen Freien Zeichenschule ausgeführt wurden. Seit 1796 veröffentlichte Bertuch auch ein umfangreiches Kommentarwerk in vierundzwanzig Bänden, für dessen Bearbeitung er den Lehrer und Schriftsteller Carl Philipp Funke gewinnen konnte. Es ist ein Kommentar »für Eltern und Lehrer, welche sich jenes Werks bei dem Unterricht Ihrer Kinder und Schüler bedienen wollen.«

Text: Claudia Kleinbub

[1] Vgl. Schmidt 1977, S. 9 und S. 12.

Digitalisat des Buches: Friedrich Justin Bertuch: Bilderbuch für Kinder, Band 10. Weimar: Landes-Industrie-Comptoir, 1821

Der Text erschien erstmals in: Reise in die Bücherwelt. Hrsg. im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar von Michael Knoche. Köln, Weimar: Böhlau 2011.

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